Paul Cézanne

 
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Biografie Werke Kunstmarkt/Service Literatur Impressum
Paul Cézanne

Aix-en-Provence 1839
- Aix-en-Provence 1906


Paul Cézanne soll auf Wunsch des Vaters, eines Bankiers, Jurist werden. Doch bereits während seines kurzen Jurastudiums wendet sich der Künstler mit großem Interesse der Kunst zu. 1861 bricht Cézanne die juristische Ausbildung schließlich ab, um sich von nun an in Paris ganz der Kunst zu widmen. Jedoch besteht Cézanne die Aufnahmeprüfung an der Ècole des Beaux-Arts nicht. Der Maler lernt zunächst von klassisch und barocken Meistern wie Poussin und Rubens im Louvre, jedoch lässt er sich auch von zeitgenössischen Malern wie Delacroix, Courbet und Daumier anregen. In der Ecole Suisse, wo er an Zeichenkursen teilnimmt, trifft Cézanne auf C. Pissarro, der ihn mit dem Kreis der Impressionisten bekannt macht. In der Folgezeit bekommt der Künstler von allen Ausstellungen des Salons Absagen. In der ersten Gegenausstellung, die von den abgelehnten Künstlern des Impressionismus im Jahre 1874 organisiert wird, kann der Maler ein einziges Bild verkaufen. Sein Freund Emile Zola, den er in seiner Jugendzeit am Gymnasium Collège de Bourbon kennenlernt, veröffentlicht 1886 den Roman "L'¼uvre", der von einem gescheiterten Künstler handelt. Cézanne wendet sich daraufhin von Zola ab. In das bei Marseille gelegene Fischerdorf L'Estaque zieht der Künstler 1870. Lebenslang wechselt Paul Cézanne zwischen Aufenthalten in der Provence und in Paris bzw. ländlichen Ortschaften der Ile-de-France. Aus seiner Pariser Zeit behält Cézanne stilistisch die Aufhellung der Farbpalette, zu der ihn Pissarro gebracht hatte, und die Methode der Freilichtmalerei. Sein Spätwerk ist jedoch nicht mehr geprägt von einer impressionistischen Atmosphäre, sondern vielmehr von der Dominanz der absolut gesetzten Farbe mit ihren Kontrastwirkungen und chromatischen Abstufungen. In gleicher Weise strebt Cézanne die Reduktion auf geometrische Grundformen an: Uneinheitlichkeit der Perspektive und Beleuchtung, Deformierung der Maßverhältnisse sind die Folge. Cézanne lässt durch diesen Prozess die impressionistische Sichtweise hinter sich und gibt damit der modernen Kunst, vor allem dem Fauvismus und Kubismus nachhaltige Impulse. Im letzten Lebensjahrzehnt erfährt der Künstler zunehmend Anerkennung, die Berliner Nationalgalerie erwirbt als erstes Museum ein Bild und 1900 findet die erste Einzelausstellung bei Paul Cassirer in Berlin statt. Doch Cézanne zieht sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Zuletzt lebt er in Aix. Hier lässt der Maler 1902 ein Atelierhaus am Chemin des Lauves bauen. Besonders ab 1904 gibt Cézanne seine Kunstauffassung an junge Maler weiter wie Louis Le Bail, Charles Camoin oder Maurice Denis. Auch viele Künstler der Moderne u.a. Kandinsky, Malevic und Giacometti ließen sich durch Cézannes Bildauffassung, Malweise und die seit 1907 veröffentlichten theoretischen Ansichten anregen.